GBV-Wurm: Zum Semesterstart fehlen 20.000 leistbare Wohnungen

Die Einwohnerzahlen von Städten steigen stetig und leistbarer Wohnraum wird immer knapper. Von den Folgen dieses Phänomens sind vor allem junge Menschen im Alter zwischen 20 und 30 betroffen, denn diese finden immer schwieriger passenden Wohnraum. „Laut unseren Schätzungen fehlen in Österreich mindestens 20.000 Wohnungen für die unter 30-Jährigen. Diesen Trend gilt es aufzuhalten und das obwohl in Österreich ein regelrechter Bauboom herrscht“, sagt Karl Wurm, Obmann des Verbands Gemeinnütziger Bauvereinigungen.

Wohnkosten bei 20–30-Jährigen bei über 40% des Einkommens

Erste Indizien für eine Knappheit am Wohnungsmarkt sind die Zunahme an Wohngemeinschaften, deren Anteil an Mietwohnungen in Österreich seit dem Jahr 2000 erheblich auf insgesamt knapp 13 Prozent gestiegen ist, sowie der durchschnittlich längere Verbleib vieler junger Menschen im elterlichen Haus. Eine weitere Kennzahl ist der deutliche Anstieg der 20–30-Jährigen, deren Wohnkosten mehr als 40 Prozent ihres Einkommens einnehmen. Hier hat sich die Zahl in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Besonders prekär ist die Wohnsituation für junge Menschen in Wien. Dort liegen vor allem die Kosten bei Neu- bzw. Wiedervermietung um bis zu 30 Prozent über dem Bundesschnitt.

Leistbarer Wohnraum geht nur über die Gemeinnützigen

Die Zahlen veranschaulichen den dringenden Handlungsbedarf am Wohnungsmarkt und die Vorteile von Wohnungen der Gemeinnützigen. So fallen diese im Vergleich zu privaten Anbietern in Wien beispielsweise bis zu 13 m2 größer aus und auch die Mietpreise pro Quadratmeter liegen deutlich unter den von privaten Anbietern. „Leistbaren Wohnraum gibt es nur bei den Gemeinnützigen. Deshalb benötigen wir Maßnahmen zur Senkung der Grundstückspreise sowie eine Ausweitung und Intensivierung der Wohnbauförderung um auch in Zukunft leistbaren Wohnraum schaffen zu können“, stellt GBV- Obmann Wurm fest.