Bitte gemeinnützigen Wohnbau nicht ins falsche Licht rücken

Wenn der Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder in einer Replik auf eine AK-Aussendung zur Mietentwicklung behauptet, dass „Sozialwohnungen … ausschließlich mit Steuergeld errichtet und teilweise auch erhalten und betrieben werden“, geht das völlig an der Realität vorbei. Darauf macht GBV-Obmann Wurm aufmerksam. Bei der Errichtung von Wohnbauten werden durch die Gemeinnützigen meist Förderungsmittel in Anspruch genommen – das ist grundsätzlich richtig. Allerdings: Diese decken im Schnitt nur etwa 40 Prozent der Baukosten. Der Rest sowie die Grundstückskosten sind durch Eigenmittel, Bankdarlehen und teilweise Finanzierungsbeiträge zu decken.

Keineswegs können Gemeinnützige die Mieten „quasi willkürlich festlegen“ wie Pisecky behauptet. Sie sind an die Vorgabe der Kostenmiete gebunden. Nach Ausfinanzierung der Objekte gibt es eine Obergrenze für die Mieten. Den Unterschied zwischen Mieten im privaten bzw. gemeinnützigen Segment kann man deshalb im Neubau nur zum Teil durch die Effekte der Förderung erklären – und zwar zu etwa 50 Prozent. Der Rest ist dem Modell der Gemeinnützigkeit, also dem Gewinnverzicht und der Steuerbefreiung zuzuschreiben. Während Private nach Auslaufen der Förderung Marktmieten verlangen können, müssen Gemeinnützige die Grundmiete auf rd. 3,90 Euro senken und damit auch das Auslangen in der Erhaltung finden.

Für den Betrieb gibt es für die Gemeinnützigen keinerlei Subventionen, die Erhaltung wird großteils durch Eigenmittel und Erhaltungsbeiträge finanziert. Die Gemeinnützige müssen bei begrenzten Erträgen ihre Unternehmen besonders wirtschaftlich führen. „Die Immobilientreuhänder mögen ihre hohen Mieten verteidigen – aber ohne die gemeinnützige Wohnungswirtschaft in ein völlig falsches Licht zu rücken“ schließt Wurm seine Kritik.