Wohnungen, Bauleistung

Etwa jeder sechste Bewohner Österreichs lebt in einer von Gemeinnützigen errichteten und/oder verwalteten Wohnung. Das war nicht immer so - die starke Präsenz der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft verdankt sie den hohen Aktivitäten am Neubausektor in den letzten Jahrzehnten.

Ende 2013 beträgt der Verwaltungsbestand der gemeinnützigen Bauvereinigungen rd. 865.700 Wohnungen. Unter Einschluss der von den “Auspendlern” (ehemalige Bundesgesellschaften) verwalteten Wohnungen - die nach wie vor den Kostenregelungen des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes unterliegen - sind es 925.000 Wohnungen. Das entspricht etwa 25 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes in Österreich. Vor dreißig Jahren lag dieser Anteil noch bei rd. zehn Prozent. Für den Geschoßwohnbau im städtischen Bereich spielt die Versorgungsleistung gemeinnütziger Bauvereinigungen natürlich eine noch größere Rolle: Dort beträgt der Anteil ihres Verwaltungsbestandes bereits über 40 Prozent (vor 30 Jahren: rd. 18 Prozent).

Unterschiedlich ist das Gewicht gemeinnütziger Bauvereinigungen im Vergleich der Bundesländer: Am relativ stärksten vertreten sind die Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen in Oberösterreich und im Burgenland mit rd. 70 Prozent des Wohnungsbestandes im Geschoßbau, am anderen Ende der Skala befindet sich Wien mit 27 Prozent (in beiden Anteilen sind die Wohnungen der ehemals gemeinnützigen Bundesgesellschaften mit eingeschlossen.)

Die durch Gemeinnützige verwalteten Wohnungen verteilen sich zu rd. 70 Prozent auf Miet- und Genossenschaftswohnungen und zu rd. 30 Prozent auf Eigentumswohnungen. Von den rd. 613.000 Miet- und Genossenschaftswohnungen wurde der Großteil selbst errichtet, etwa 38.000 Wohnungen werden für Gemeinden verwaltet.

Zum größten Teil befinden sich diese Wohnungen in Geschoßbauten, etwa 26.000 in Siedlungs- und Reihenhäusern. Es gibt darüber hinaus auch Heimplätze für Studenten und Pensionisten. Schließlich zählen noch Garagen- und Abstellplätze sowie Geschäftslokale (zuletzt rd. 13.000) zum gemeinnützigen Bestand; insgesamt beträgt der Verwaltungsbestand rd. 1.208.000 Einheiten (inkl. Garagen).

Neubauleistung

Noch stärker als im Wohnungsbestand ist das Gewicht der Gemeinnützigen im Wohnungsneubau. Dort betrug ihr Anteil an den Fertigstellungen im Durchschnitt der letzten Jahre etwa ein Drittel; bei den Miet- und Eigentumswohnungen im Mehrgeschoßbau lag er bei über 50 Prozent. Auch hier sind regionale Unterschiede zu beobachten - in den östlichen Bundesländern ist die relative Bedeutung der Gemeinnützigen für das Neubauwohnungsangebot stärker als im Westen Österreichs.

Der langjährige Durchschnitt des Jahresneubau-Volumens gemeinnütziger Bauvereinigungen liegt bei etwa 15.000 Wohnungen; insgesamt haben sie bisher mehr als 925.000 Wohnungen errichtet. 2013 betrug die Zahl der Fertigstellungen 13.700 Wohnungen.

Sanierung

Die Bedeutung der Sanierungstätigkeit hat bei den Gemeinnützigen kontinuierlich zugenommen, zuletzt ist sie aber zurückgegangen. 2013 machten die Erhaltungs- und Verbesserungsinvestitionen insgesamt über 900 Mio. Euro oder rund 30 Prozent der gesamten jährlichen Bauleistung aus - das entspricht etwa einem Wert von 5.000 Neubauwohnungen. Mit einer jährlichen Sanierungsrate von 5% liegen die Gemeinnützigen im Vergleich aller Bauträger bzw. Vermieter und Eigentümer an der Spitze.

Nicht nur in quantitativer Hinsicht ist die Bauleistung der gemeinnützigen Bauvereinigungen der bedeutendste Faktor hinsichtlich der Verbesserung der Wohnversorgung in den letzten Jahrzehnten gewesen. Auch bezüglich der Gebäude- und Wohnungsqualität sowie architektonische, städtebauliche und soziale Aspekte des Wohnens betreffend spielen die Gemeinnützigen eine Vorreiterrolle.

In zahlreichen in den letzten Jahren realisierten Wohnbauprojekten haben sie gezeigt, dass energiesparendes und auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Bauen auch mit beschränkten finanziellen Mitteln möglich ist. Beweis dafür sind unter anderem der Gewinn von vielen Wettbewerben und die Prämierung zahlreicher GBV-Wohnbauprojekte.

Auch in der Bewirtschaftung ihres Wohnungsbestandes, in Verwaltung, technischem und sozialem Management gehen viele Gemeinnützige neue Wege. Dass all dies als sehr erfolgreich gewertet werden kann, unterstreicht nicht zuletzt die Tatsache, dass unter BewohnerInnen von Geschoßbauten die Wohnzufriedenheit bei den Gemeinnützigen am höchsten ist.